Von Stadtsoldaten zu Permapiraten

Beide in Berlin geboren und aufgewachsen, zog es uns gleichermaßen schon immer auch aufs Land. Miteinander und mit nahendem Nachwuchs gelang 2019 der Schritt, wenn auch vorerst noch nicht ganz, wie erträumt… Wir zogen für 1 ½ Jahre in den Bauwagen, der uns schon vorher als Wochenenddomizil diente. Eine anspruchsvolle Zeit mit Säugling, ohne Fließendwasser, dafür mit regelmäßigen Stromausfällen. Aber unser Wohnzimmer war der Garten, das Kompostklo stand im Wald und die Patentante unseres Kindes war eine Hornisse, die jeden Morgen und jeden Abend vorbeigeflogen kam, um nach dem Rechten zu sehen. Nichts und niemand hätte uns bewegen können wieder in die dunkelbunte Tristesse der Großstadt zu ziehen. Mit der Geburt unseres zweiten Kindes haben wir uns dann doch nochmal eine Wohnung gemietet, was jedoch den Wunsch nach einem Ort, einem Grundstück, an dem wir uns nach Lust und Laune handwerklich, gärtnerisch und gestalterisch austoben können nur noch verstärkt hat.
Oskar
Oskar ist der kreative Träumer und energetische Macher. Er ist dafür verantwortlich unsere Luftschlösser zu entwerfen und nachher auch umzusetzen. Eine seiner Stärken liegt darin, zu vernetzen und zwar gleichermaßen Menschen, wie Dinge oder Fakten. Wo er wirkt, entstehen Allianzen und aus dem Problem des Einen wird schnell eine Lösung für den Anderen.
Aufgewachsen ist Oskar auf Bauspielplätzen und in der Jugendarbeit Berlins. Er war dort, sowie bei der Gestaltung und Planung anderer Projekte (wie „Kinder in Luft und Sonne“ und „Die essbare Stadt“- Kassel) im Sinne der Erlebnispädagogik engagiert. Er hat eine Ausbildung zum Möbeltischler absolviert, dann aber eine Laufbahn als Schuhmacher eingeschlagen und ist damit seit 2013 selbstständig in der Berliner Schuhmacherei.
Seit 2011 arbeitet, hilft, experimentiert und lernt Oskar bei Freunden auf dem Permakulturhof und -acker „grün und mehr“. Er hat dort über die Zeit etliche wertvolle Erfahrungen gesammelt.
Darüber hinaus hat er ein großes Interesse an den alten Handwerkskünsten und möchte auch in diesem Bereich möglichst viel an seine Mitwelt weitergeben und, wo möglich, für seine Nachwelt bewahren.
Toni
Wo Oskar der Wind ist, der unser Schiff voran treibt, ist Toni die See, die das Schiff trägt. Auch wenn es in stürmischen Böen mal ins Wanken gerät oder sogar, wenn mal Flaute herrscht, treibt die sanfte Meeresströmung den Kahn weiter und hält ihn halbwegs auf Kurs.
Toni ist passionierte Logopädin. In den 7 Jahren zwischen Ausbildung und Mutterschutz hat sie einiges an Berufserfahrung gesammelt und dank ihrer Chefinnen, die ihr das Vertrauen entgegenbrachten, sich ausprobieren zu können, kristallisierte sich über die Zeit eine eigene Konzeptvorstellung einer effektiven Logopädietherapie heraus.
Parallel dazu entwickelte Toni ein gesteigertes Interesse an einem völlig anderen Bereich: der Selbstversorgung. Sie begann kurzerhand ein Teilzeitstudium der Agrarwissenschaften an der HU Berlin. Sie lernte dort einiges an Grundlagen, musste aber feststellen, dass die recht konservative Landwirtschaft, die dort gelehrt wird, nicht ihren Vorstellungen entsprach. In Eigenrecherche stieß sie dann auf die Permakultur, die sie sofort ansprach. Sie belegte einen Kurs in Lettland, machte ein Praktikum im Cafe Botanico in Berlin-Neukölln und besuchte in der Uni nur noch Kurse, die von Interesse waren (wie z.B. Standortökologie oder Bienenkunde).
Derzeit widmet sich Toni der bisher größten Herausforderung, aber auch erfüllendsten Aufgabe ihres Lebens: der Umsorgung und Erziehung ihrer Kinder. Dabei freie Kapazitäten für die Verfolgung des Permakulturhoftraums zu finden ist oft schwer und nur mit Hilfe der lieben Familie und Freunde möglich. Aber die See ist geduldig.








