...mit acht Segeln...

1. Segel: Handlungsorienierte und ganzheitliche Behandlungen
Im fernen Osten hat es bereits eine tiefe Tradition, hier erfreuen sich holistische, also ganzheitliche Behandlungsansätze erst seit einigen Jahren zunehmender Bedeutung. Das Ziel ist es hierbei, nicht nur die Störung, die Krankheit oder das Symptom zu behandeln, sondern den ganzen Menschen. Jedes Problem hat vielschichtige Ursachen und Auswirkungen und oftmals, gerade im therapeutischen Bereich, ist eine reine Symptombehandlung viel zu kurz gegriffen. Indem wir einen Schritt zurück gehen und das ganze Bild betrachten, versetzen wir uns auch in die Lage, besser helfen zu können. Oftmals sind Gefühle wie Scham, Angst, Ärger oder auch Traurigkeit und Minderwertigkeit mit unseren Defiziten verbunden. Diese hemmen allerdings unsere Lernfähigkeit. Behandeln wir nun weiter nur “das Problem”, wird die Arbeit oft langsam, mühselig und frustrierend vorangehen. Aber was, wenn es uns gelingt, die negativ verknüpften Gefühle durch positive zu ersetzen? Dies ist nur ein Beispiel von vielen, wie wir von einer ganzheitlichen Therapie profitieren können.
Zum Thema Handlungsorientierung bedarf es, denke ich, nur weniger Worte. Fragen wir uns doch einfach kurz, wie wir selbst besser lernen. Am Schreibtisch aus einem Buch oder in Aktion, wenn wir selbst handeln dürfen?
2. & 3. Segel: Therapie- Urlaub und Freizeitangebote
Viele Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen kennen das Problem: es gibt nur wenige geeignete Freizeitangebote für ihre Kinder. Selbst in einer Stadt wie Berlin ist der Alltag eher von Therapien geprägt, während gleichaltrige stattdessen vielleicht Gitarre lernen oder zum Töpfern gehen. “Immerhin!”, wird manch einer auf dem Land da sagen. Hier ist schon das Therapieangebot äußerst dürftig. Wir wollen das ein wenig ausbauen.
Für alle in unserer näheren Umgebung werden wir ein regelmäßiges therapeutisches Angebot bereithalten. Alle, die von weiter her anreisen, können bei uns ihren Urlaub verbringen und in dieser Zeit ein tägliches Angebot nutzen. Mögliche Aktivitäten reichen von täglichen Dingen, wie das Tierefüttern bis hin zu Aktionen, wie Vogelhäuser bauen. Für alle, die sich jetzt fragen:”Was wird das denn nun? Freizeit oder Therapie?” Wir machen beides in einem!
Alle unsere Angebote werden in Gruppen stattfinden. Das ist in anderen Bereichen aus vielerlei Gründen so üblich, in der Therapiesituation nutzen wir jedoch häufig die eins- zu-eins-Situation, um zum Beispiel besser auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patienten eingehen zu können. Wir werden das etwas aufbrechen. Die Kinder sollen erleben, dass sie normal sind, dass es andere mit ähnlichen Problemen gibt, sie sollen voneinander lernen dürfen und Freundschaften knüpfen können. Ein angenehmes Lernklima, die positiven Einflüsse der Natur und des Kontaktes zu Tieren sind weitere Aspekte, die unsere Therapieerfolge unterstützen werden.
Bisher war zwar nur die Rede von Kindern – und sicher werden diese auch einen großen Raum einnehmen – es sind aber genauso auch Projektwochen für Erwachsene geplant. Ob Stimmstörung, Stottern oder neurologische Erkrankung, jeder kann von unserem Konzept profitieren.
Da Toni staatlich anerkannte Logopädin ist, wird der Fokus zunächst auf sprachtherapeutischen Angeboten liegen. Perspektivisch sollen jedoch auch weitere Therapiezweige hinzukommen.
4. Segel: Erlebnisbauernhof
Auch hier liegt unser Fokus auf der Gemeinsamkeit. Wir möchten unsere Ideen und Projekte mit euch teilen und verwirklichen. Von den täglichen Aufgaben, wie die Versorgung der Tiere über wiederkehrende, wie Aussaat oder Ernte bis hin zu einmaligen Ereignissen, wie das Anlegen eines Teiches. Es gibt so viele Möglichkeiten, es gibt immer etwas zu erleben und es gibt immer etwas zu lernen. Auf unserem Erlebnisbauernhof dürft ihr an all dem teilhaben. Kommt als Woofer, nehmt an einem Workshop teil oder sogar an den Therapien oder werdet Teil vom Haus des Handwerks.
5. Segel: Regionale gesunde Lebensmittel
Klima- und Umweltschutz sind uns ein großes Anliegen. Nicht zuletzt darum sind wir auf die Permakultur gestoßen. Landwirtschaft zu betreiben nach dem Vorbild der Natur; das klingt erstrebenswert. Wir setzen keine Chemikalien ein, weder zur Dünging noch zur Schädlingsbekämpfung. Wir nutzen stattdessen gezielt natürliche Wechselbeziehungen, wie z.B. Begleitpflanzen, Kompost oder Einsatz von Fressfeinden und viele weitere. Wir halten unsere Produkte daher für weit gesünder, als das Vergleichbare aus dem Supermarkt.
Durch den Vertrieb lediglich über einen Hofladen oder ggf. eine SoLaWi bleiben unsere Produkte regional. Kurze Transportwege – geringer ökologischer Fußabdruck.
6. Segel: Artgerechte Tierhaltung
In der Permakultur versucht man, vor der Einführung eines neuen Elementes in das System eine möglichst genaue Input-Output-Analyse anzufertigen. Kurz zur Erklärung: Ein Element kann an dieser Stelle eine Pflanze, ein Tier oder sogar etwas unbelebtes, wie ein Stall sein. Unter Input verstehen wir alles, was wir in das Element investieren müssen. Dabei kann es sich Einmaliges, wie Anschaffung oder Bau handeln, aber ebenso und fast noch wichtiger auch Kontinuierliches, etwa Bewässerung, Füttern u.a. Die Outputanalyse ist sehr viel vielschichtiger. Natürlich werden hier Erträge, wie Früchte, Milch, Eier oder Federn aufgezählt, das mag noch nahe liegen. Aber wer denkt sofort an Wind-, Lärm- oder Sichtschutz beim Pflanzen eines Sanddornstrauchs oder an die Wärme, die Tiere abgeben oder auch an Aktivitäten, wie das Scharren der Hühner. Ziel dieser Analyse ist es, die Elemente so miteinander zu verknüpfen, dass sie sich gegenseitig begünstigen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen, wir nutzen das Scharren und Picken der Hühner, um unseren Kompost umzusetzen. Das beschleunigt die Kompostierung, kann den Kompost verbessern (durch Auslese von Samen und Abgabe von Kot) und potenzielle Schädlinge werden eliminiert.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir beschäftigen uns bereits im Voraus eingehend mit den Bedürfnissen unserer zukünftigen Mitbewohner, um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten, von der letztendlich alle profitieren können.
7. Segel: Schuhmacherei und Repaircafe
In Oskars Schuhmacherei werden vielerlei Schuhreparaturen, -änderungen und einfache Sattlerarbeiten angeboten. Perspektivisch soll auch die Anfertigung von Maßschuhen wieder auf der Agenda stehen. Es geht allerdings nicht nur um die reine Erledigung von Arbeiten, sondern auch um die Weitergabe von Wissen, z.B. über workshops und das Repair Café. Dieses wird mit der Werkstatt verknüpft und ist vergleichbar mit den Selbsthilfewerkstätten. Hier können auch unsere Handwerksmeister tätig werden. Es dient also nebenbei als Plattform für das Haus des Handwerks.
8. Segel: Haus des Handwerks
Das Haus des Handwerks ist – ich finde einfach kein passenderes Wort als das englische – ein “brainchild” von Oskar. Die wörtliche Übersetzung „Kind des Gehirns“ klingt etwas skurril, macht aber deutlich, dass es sich um ein wenig mehr handelt, als um eine reine Idee. Vereinfacht gesagt handelt es sich hierbei um eine generationsübergreifende Vernetzung verschiedenster Handwerksberufe. Wobei in diesem Fall der Begriff „Handwerk“ ein wenig weiter gefasst wird und durchaus Berufe wie Bäcker oder Ärzte mit einbezieht.
Das Prinzip wirkt ähnlich wie in der Permakultur. Wir versuchen ein Netzwerk aufzubauen, in dem jeder von jedem profitieren kann. Frei nach dem Motto: Ich biete euch, was ich kann und ihr bietet mir, was ihr könnt.
Auch hier ist der Nachhaltigkeitsgedanke präsent. Wir wollen weg von der Industrialisierung, hin zu handgemolkener Milch, handgebackenem Brot und handgebauten Schuhen.
Das Projekt versteht sich als generationsübergreifend. Früher war Alter gleichbedeutend mit Weisheit, heute assoziiert man eher senil. Kein Wunder, wenn man sich die Alten- und Pflegeheime genauer anschaut. Im Haus des Handwerks kommt den Alten wieder eine besondere Rolle zu. Hier schlummert so viel Wissen, das wir wecken und bewahren wollen. Wir wollen von den alten Meistern lernen und dieses Wissen teilen und weitergeben.
Auch für die Senioren hat dies einen äußerst positiven Effekt auf die tägliche Lebensqualität. Die sinntragende Betätigung hält sie körperlich und geistig fitter, da beides regelmäßig gefordert wird. Sie stehen nicht mehr auf dem sprichwörtlichen Abstellgleis sondern sind wieder ein wichtiger Teil einer Gesellschaft, was einen enormen Einfluss auf die Psyche und in der Folge auch auf die Gesundheit hat.
Von dem Ineinandergreifen alten Wissens und neuer Techniken versprechen wir uns außerdem eine außergewöhnliche Qualität der entstehenden Produkte. Diese Kunstwerke werden wiederum regional vermarktet, z.B. über den Hofladen, die SoLaWi oder Wochenmärkte.








